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Software zur Mittelsuche / Repertorisation auf Basis der Klassischen Homöopathie nach Samuel Hahnemann
Hinweis:
Der folgende Text ist selbstverständlich eine Meinungsäußerung, wie so vieles im Internet. Hier wird also nicht behauptet, es würden "effektive Wahrheiten" geäußert. Im Zeitalter der Informationsflut muss jeder für sich entscheiden, was sinnvoll ist und was nicht.


Thema: Unterschiedliche Suchergebnisse

Angenommen man repertorisiert bestimmte Beschwerdebilder "von Hand" (also mittels Repertorien in Buchform) und würde zum Beispiel die 3 Autoren Boericke, Kent und Mezger nutzen. Die Suchergebnisse wären in vielen Fällen völlig unterschiedlich und nicht nur das, sie wären oft sogar widersprüchlich. Gerade beim Kent würde man immer wieder bei denselben Mitteln landen, weil im Kent zwar sehr viele Einzelsymptome enthalten sind, dafür aber leider auch nur etwas über 300 Mittel (bei über 3000 bekannten homöopathischen Mitteln). Wer hat Recht (bezüglich der 3 Quellen)? Welches Suchergebnis stimmt?
Antwort: Alle 3 Quellen haben Recht, weil es in der Homöopathie grundsätzlich mehrere "Antworten" (Lösungsmöglichkeiten) gibt.


Thema: Das Suchergebnis ist die Lösung?

Ob "von Hand" repertorisiert wird oder mittels einer Software, spielt keine Rolle: Im ersten Schritt findet man Mittel, die
"in Frage kommen könnten". Die Erwartung, schon innerhalb dieses Schrittes, zu 100%igen Übereinstimmungen zu gelangen, wird in den seltensten Fällen funktionieren! Dieser Schritt liefert eine "Vorauswahl" der "vielleicht" in Frage kommenden Mittel. Weiterhin sind die Resultate dieses Schrittes sehr davon abhängig, wonach und wie gesucht wird. Dieser Schritt entspricht in RepertoriX dem Suchergebnis mittels der Repertorisationstabelle. Im zweiten Schritt werden nun die vielleicht in Frage kommenden Mittel genauer "unter die Lupe genommen": Anhand der Einzelsymptomatik des Mittels kann jedes Mittel auf "Ähnlichkeiten" hin überprüft werden. Wichtig hierbei ist, dass nun keineswegs nur die Symptome des Beschwerdebildes herangezogen werden sollten, sondern alle (auch und gerade die subjektbezogenen) Ähnlichkeiten. D.h., auch Ähnlichkeiten, nach denen man vorher gar nicht gesucht hatte, finden nun ihre Berücksichtigung. Im dritten und letzten Schritt, kann nun entschieden werden, welches Mittel "gewählt" wird. Diese Entscheidung (Beurteilung) wird vom Suchenden getroffen und ist qualitativ abhängig von dessen Erfahrung und Wissensstand! Weder ein Buch, noch eine Software kann diese Entscheidung treffen!


Thema: Je mehr Symptome gesucht werden, desto besser?

Mathematisch gesehen gibt es fast unendlich viele Beschwerdebilder. Die Anzahl der verfügbaren homöopathischen Mittel ist jedoch begrenzt. Sicher kann man die Symptome eines Beschwerdebildes möglichst alle bei der Suche berücksichtigen und wird dabei das Gefühl haben, "gründlich vorzugehen". Leider werden die Suchergebnisse durch eine Erhöhung der Symptomanzahl (Symptome nach denen man sucht) nicht besser. Das hat einen einfachen Grund: Bei z.B. der Eingabe von nur 5 Symptomen gibt es mindestens Millionen von Beschwerdebildern, die nicht eine einzige "komplette Übereinstimmung" mit einem der bekannten homöopathischen Mittel haben, auch wenn man sämtliche Repertorien dieser Welt zu Rate ziehen würde.
Hier der Beweis:
Angenommen man würde die Anzahl grundsätzlich möglicher Symptome eines Individuums auf 10.000 festlegen (in Wirklichkeit sind es noch viel mehr), dann gäbe es bei Bescherdebildern mit nur 5 Symptomen genau: 10.000 mal 9.999 mal 99.998 mal 9.997 mal 9.996 mögliche Beschwerdebilder.
Innerhalb der Homöopathie darf nach "Ähnlichem" gesucht werden, 100%ige Übereinstimmungen im falschen Sinne sind nicht das Ziel. Weniger bringt mehr: Je weniger Symptome bei einer Suche berücksichtigt werden sollen, desto besser wird das Suchergebnis, WENN man es schafft sich auf die wesentlichen (relevanten) Symptome zu konzentrieren. Das ist eine Kunst für sich und wird meist nur von langjährigen Homöopathen beherrscht. RepertoriX hat zwar eine Suchtabelle mit 24 "freien Plätzen" für Symptome, aber es ist nicht erforderlich und auch nicht sinnvoll, diese Plätze alle zu füllen!


Thema: Bei dieser Symptomatik nimmt man aber doch immer Sepia!

Gerade Schulen werden sich oftmals auf exemplarische Beschwerdebilder konzentrieren müssen, die dann "wie von Zauberhand" genau passende Mittel liefern. D.h. aber keineswegs, dass für diese Beschwerdebilder nicht noch andere Mittel in Frage kämen. Schulen konzentrieren sich verständlicherweise auf die Hauptmittel der Homöopathie, weil die Zeit zu einer Darstellung der gesamten Komplexität des Themas einfach nicht da ist und die Schüler wahrscheinlich auch eher nur verwirren würde. Z.B.: "Pulsatilla ist ein Frauenmittel." ist so einer dieser "Glaubenssätze". Die Homöopathie ist aber keine Religion. Geht man von der rein stofflichen Wirkung eines Mittels aus, die oft sehr detailliert bekannt ist, braucht man diese "Glaubenssätze" nicht mehr, dann kann sich bewusst darauf konzentrieren, sich "unbeeinflusst" auf die Suche nach Ähnlichkeiten zu begeben, und dies rein anhand der tatsächlichen Symptomatik. Hinter allen Sätzen, wie: "Bei xy nimmt man doch zxy.", sollte man vorsichtig sein: Da steht ein zutiefst allopathischer Grundgedanke hinter! Äußerungen wie z.B. "Bei der Krankheit xyz nimmt man genau nur xy" zeigen wie wichtig die Einhaltung der Grundprinzipien bei der Suche ist: Diese Äußerung entspricht der Allopathie und hat überhaupt nichts mehr mir der Klassischen Homöopathie zu tun:
Die Homöopathie sucht nach Mitteln, die in Ihrer Gesamtheit Ähnlichkeiten mit dem akuten Beschwerdebild des Individuums und mit dem Individuum (seinen ihm typischen individuellen Eigenschaften von Körper und Geist) aufweisen. Eine Mittelsuche nur nach einer Krankheit (nur nach den Krankheitssymptomen) ist innerhalb der Klassischen Homöopathie nicht üblich.
Anmerkung:
Trotzdem werden in der Fachliteratur und auch in RepertoriX oft auch Krankheitsbezeichnungen verwendet. Diese Bezeichnungen sind immer nur als eine Gruppe von Symptomen zu deuten (sozusagen zur Vereinfachung der Mittelfindung).
In seinem Vorwort zur 9. Auflage der amerikanischen Ausgabe seiner Materia Medica zitiert William Boericke im Juni 1927 seinen "Kollegen" Hering diesbezüglich wie folgt:
"Er sagte, dass er die Krankheitsbezeichnungen nicht zu dem Zwecke brauche, um eine besondere Medizin für eine Krankheit zu empfehlen, sondern um die große Vielfalt von Medikamenten darzulegen, die für verschiedene Krankheitsformen gebraucht werden können, wenn sie auch noch anderweitig indiziert sind."


Thema: Wieso denn dieses Mittel, Hahnemann sagte doch schon ...?

Unser Herr Hahnemann ist schon seit längerem tot. Er hat ein Prinzip verdeutlicht und "erfunden". Ihm waren zu seiner Zeit eine bestimmte Anzahl von Mitteln bekannt. Auch die Klassische Homöopathie entwickelt sich weiter, eben nach den Prinzipien, die Hahnemann aufgezeigt hat. Was sollte denn falsch daran sein, wenn man bei einer Mittelsuche heute auf andere Mittel kommt, dabei aber die grundsätzliche Vorgehensweise bei der Suche einhält? Nichts!


Thema: Wenn der Mensch wirklich die Krönung der Schöpfung sein
sollte, dann spricht das sicher nicht für die Schöpfung!

Als Entwickler und Anbieter von Homöopathie Software möchte ich hier mal ein Beispiele zitieren, die im Laufe meiner Tätigkeit
vorkamen. Meine Kommentare (= persönliche Meinung) stehen jeweils nach den Aussagen, die in Klammern gefasst sind:

1. Laie: "Dank Ihrer Software kann ich mich nun selbst behandeln."
Auweia! Selbstbehandlungen setzen fundiertes medizinisches Wissen voraus! Ärzte und Heilpraktiker dürfen behandeln, warum wohl?
2. Angehende Tierheilpraktikerin: "Ich habe meine Ausbildung noch nicht fertig, aber ich darf mit meinem jetzigen Wissen schon
praktizieren."
Klar! Man darf auch von Brücken springen. Sinnvoll ist das aber nicht und verantwortungsvoll schon gar nicht! Man darf sich sogar
selbst am Knie rumspielen, das ist dann herrlich sinnlos, richtet aber wenigstens keinen Schaden für andere an.
3. Laie: "Ich bin beruhigt, mit der Homöopathie kann man nichts falsch machen."
Doch man kann! Z.B.: Die falsche Behandlung einer Krankheit, die Verschleppung von Krankheiten, u.s.w.! Spätestens wenn man die Dummheit und Ignoranz weit genug nach oben schraubt, nähert man sich der letalen Dosis an, die ein Körper braucht, sich endgültig zu verabschieden.
4. Laie: "Also ich glaube an die Homöopathie!"
Genau! Wir werden einfach die Homöopathie als neue Religion anmelden, dann ersparen wir uns wenigstens die Diskussionen darüber! Warum über etwas nachdenken, es kritisch beäugen, lernen, u.s.w., wenn man doch einfach dran glauben kann.
5. Heilpraktiker: "Bei den Symptomen xyz habe ich mit Ihrer Software nach dem Mittel xy gesucht. Es aber nicht gefunden."
Warum nach etwas suchen, wenn Sie der Meinung sind, sie wissen das Resultat schon? Kann schon sein, dass Ihnen meine Software andere Resultate liefert. Ich habe nicht behauptet, dass meine Software Ihre Erwartungen erraten kann. Das ist auch nicht die Aufgabe meiner Software.
6. Heilpraktiker: "Ich habe in Ihrer Software ein fehlendes Symptom entdeckt."
Nur eins? Ja, das wäre mal ein wirklich ehrgeiziges Vorhaben: Nach mehr als 200 Jahren Homöopathie das erste "vollständige" Repertorium herauszubringen. Das wär´ schon was.


Der Text als Gesamtes oder in Teilen von dieser Seite darf zitiert werden, insofern die Quelle ordnungsgemäß angegeben wird! Wahrscheinlich werden die Texte auf dieser erweitert und verändert, daher ist es sinnvoll bei eventuellen Zitaten das jeweilige Datum mit anzugeben (siehe unter "Stand").

(Stand: 05.02.2010 / Autor: Jörg Johanningmeier)

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Nachtrag / Ergänzungen:

Thema: Welches Repertorium ist eigentlich das Beste?

Wenn man sich für ein Thema interessiert, wird man sicher nicht nur eine Meinung dazu hören wollen. Erst durch die Vielfalt der unterschiedlichen Meinungen läßt sich die eigene Wahrheit herausfinden und in einem ständigen Prozess erweitern.
Das ist bei der Homöopathie auch nicht anders: "Das beste Repertorium" wäre so gesehen: "mehrere Repertorien möglichst gegensätzlicher Autoren".
Beispiel: Verläßt man sich nur auf den Boericke, fehlen einem womöglich wichtige Informationen. Es gibt Mittel, die im Boericke beschrieben sind, die aber z.B. bei Julius Mezger nicht in ihrer Symptomatik dargestellt werden, wobei Mezger begründet, warum er diese Mittel eben nicht beschreibt: z.B. weil ihm die Herkunft der Daten zu ungewiss erscheint. Diese zusätzliche Information von Mezger ist ja nicht gerade unwichtig.

Würde die Homöopathie konsequent nur sämtliche Einzelsymptome der Mittel abbilden (zulassen), die in den sogenannten (homöopathischen) "Mittelprüfungen" herausgefunden wurden, dann müßten eigentlich alle Repertorien vom Inhalt identisch sein und es gäbe auch nur eine "allgemeingültige" Materia medica. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die einzelnen Autoren widersprechen sich z.T. sogar gegenseitig heftigst.

Kent hat es in seinem Vorwort für mich am besten erklärt: Im Prinzip könnten die Hauptmittel fast jedes Einzelsymptom darstellen. Diese dann zu listen, wäre jedoch unsinnig, weil eine anschließende Mittelfindung irgendwann unmöglich würde. Nimmt man ein Wörtbuch zur Hand, erwartet man eindeutig zugeordnete Fakten und erhält sie meistens auch. Von dieser Denkensweise darf man sich in der Homöopathie getrost verabschieden. Eine Materia medica beschreibt das "Wesen" eines Mittels. Dieses Mittelbild, das Typische, die Gesamtheit, läßt sich selbstverständlich mit unterschiedlichsten Worten beschreiben. Wird nun aus einer (oder mehreren) Materia medica(e) ein Repertorium zusammgestellt, dann kann man sich vorstellen, warum es so viele unterschiedliche Repertorien gibt. Das ist auch der Grund dafür, dass man manchmal mit einem gut gemachten nur 100 Seiten starken Homöopathiebüchlein deutlich besser die geeigneten Mittel findet, als mit einem "hochdetailierten" Wälzer mit 1500 Seiten. "Mehr" ist bei der Mittelsuche nicht automatisch "besser"!

Der Wettbewerb unter den Autoren, den Verlagen und unter den Softwareanbietern hat erst dazu geführt, dass jetzt jeder den anderen mit einer immer größeren Datenfülle übertrumpfen möchten, oder besser ausgedrückt: ihn damit am liebsten erschlagen würde. Da stellt sich nur die Frage, ob das noch sinnvoll ist und wirklich der "besseren" Mittelfindung dient.

Innerhalb einer Software kann eine planlose und ziellose Erweiterung der Datenbanken schnell dazu führen, dass die Suchergebnisse nicht besser, sondern schlechter werden. Nur eine durchdachte Erweiterung der Datenbasis kann die Qualität der Ergebnisse sichern. Dieses "Einpflegen" neuer Daten sollte deshalb nie automatisiert geschehen, sondern muß in mühevolle Kleinarbeit "per Hand" vorgenommen werden.

(27.11.2011 / Jörg Johanningmeier)
Da ich in letzter Zeit mehrfache Anfragen von Teilnehmern von Homöopathie-Kursen erhielt, die alle irgendwie dasselbe Thema hatten, möchte ich diese Fragen hier einmal öffentlich beantworten:

Hallo Frau XXXXX,

Die von Ihnen genannten beiden Buchrepertorien sind bereits sehr unfangreiche und sehr spezielle Repertorien. Warum gerade diese beiden Titel Vorteile beim Erlernen der Homöopathie bieten sollen, kann ich in keinster Weise nachvollziehen.

Ich rate grundsätzlich zur Vorsicht, wenn Kursanbieter und Kursleiter ihren Schülern gleich zu Beginn die teuersten Repertorien (meist nur von einem bestimmten Verlag) "empfehlen", als gäbe es auf der ganzen Welt keine anderen Repertorien. Was zunächst nach einer "Vorliebe" des Kursleiters für einen bestimmten Autor aussehen mag, könnte auch nichts weiter sein, als der Versuch, bei den Schülern eine Kundenbindung zu etablieren. Das merken die Schüler spätestens dann, wenn sie sich auf die Suche nach der "passenden" Software begeben: sie landen automatisch immer bei
nur einem einzigen Anbieter. Der sich dann auch sicher nicht durch seine gemäßigten Preise auszeichnen wird. Eine Schule, die an den Softwarekäufen Ihrer Schüler mitverdienen möchte, wird sich sicher nicht gerade den günstigten Softwareanbieter aussuchen, mit dem sie Provisionsverträge abschließt.

Auch folgendes sollte beachtet werden: Normaleweise sollten Lehrinhalte möglichst einfach gelehrt werden, daran können die Schulen und Kursanbieter nur leider nicht so gut verdienen. Werden die Lehrinhalte absichtlich ein wenig verkompliziert, lassen sich hohe Kursgebühren und eine lange Kursdauer viel besser begründen.

Der weit verbreitete Glauben seitens der Schüler: "Wenn es etwas zu einfach ist, bedeutet es wenig. Und wenn es zu billig ist, kann es nichts wert sein.", bereitet erst den Boden dafür, dass gewisse Schulen relativ unbeschwert schalten und walten können.

Abschließend zu Ihrer Software-Anfrage an mich:

Wenn Sie sich auf die von Ihnen genannten Repertorien festgelegt haben, dann gibt es eigentlich nur noch einen einzigen Softwareanbieter, der
dazu "paßt" und zu dessen Kundengewinnungsstrategie möglicherweise gerade auch der Weg über die HP-Schulen gehört. Ich kann nur vermuten, dass Ihnen Ihr Kursleiter gerne den Namen dieses Anbieters verraten wird.

Grüße und viel Erfolg beim Kurs,
Jörg Johanningmeier
(Datum: 27.11.2011)
Copyright © 2011 Software-Entwicklung Jörg Johanningmeier, Solingen, Germany
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Datum: 26.11.2011:

Datum: 05.02.2010:
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